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Zum Tod von Raimund Hoghe

Im letzten Jahr erhielt er den Deutschen Tanzpreis und damit endlich die Würdigung, die ihm als Choreograph gebührte. Jetzt ist Raimund Hoghe gestorben. Er war ein großer Künstler, ein inspirierender Mensch und ein wunderbarer Porträtist berühmter KollegInnen. Vor allem aber war er ein mutiger, innovativer Choreograph, der die Sicht auf den Körper im Tanz entscheidend veränderte. Seinen eigenen Körper mit einer deutlich sichtbaren Rückgratverkrümmung mutete er seinen Zuschauern schon früh zu – viele hielten das nicht aus. „Den Körper in den Kampf werfen“ war sein Credo, sich aussetzen und die Reaktionen, die Widersprüche aushalten und künstlerisch nutzbar machen für eine andere Sicht auf die Welt, eine ehrlichere.

Viele Kollegen im Tanztheater Wuppertal kennen ihn noch aus der Zeit, als er Dramaturg des Ensembles war und eng mit Pina Bausch zusammenarbeitete.

Wir trafen uns zu DANCE 2010 zum ersten Mal in München. Thomas Betz schreibt darüber: „Raimund Hoghe zelebrierte in „Boléro Variations“ mit seinen höchst individuellen TänzerInnen zu verschiedenen musikalischen Fassungen des Klassikers seine Poetik der Achtsamkeit, der Erinnerung und des Schreibens mit Körpern.“ Das war seine große Stärke.

Er hinterläßt einen sehr großen leeren Platz im zeitgenössischen Tanz und in den Herzen derer, die ihn liebten.

Bettina Wagner-Bergelt und im Namen des Ensembles des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

 

 

 

 

Veranstaltungshinweis

Video-Stream aus der Pinakothek der Moderne anlässlich des Rotundenprojekts der Sammlung Moderne Kunst: ANISH KAPOOR – HOWL (bis 15. August 2021)

New Ocean Sea Cycle
Ballett von Richard Siegal

Ein Film von Nightfrog, Regie Benedict Mirow
Online-Premiere am 16.05.2021, 20 Uhr auf ARTE CONCERT

Hier geht es zum Trailer auf Youtube

Der US-amerikanische Choreograf Richard Siegal arbeitet mit seiner am Schauspiel Köln beheimateten und tief in München verwurzelten Kompanie Ballet of Difference an hybriden Formen, in denen sich nicht nur unterschiedliche Kunstdisziplinen, sondern auch ästhetische und naturwissenschaftliche Perspektiven wechselseitig durchdringen. In seiner Arbeit NEW OCEAN etwa integriert Siegal einen skulpturalen Ansatz tanzender Körper gemeinsam mit ökologischen Fragestellungen zur globalen Erwärmung in ein mathematisches Choreografie-System. Für die Pinakothek der Moderne arbeitet Richard Siegal an einer choreografischen Form, die die Körper der Tänzer:innen aktiv in einen Dialog mit der Architektur und der Skulptur HOWL treten lässt.

Verfügbar vom 16/05/2021 bis 14/08/2021, auf Arte Concert

Fotos New Ocean Sea Cycle, Copyright Thomas Schermer

LET'S TALK ABOUT DANCE. Tanztheater Calling

Der offizielle Podcast des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch.

 

 

How to shine? From gardening, dancing and healing bodies - with Bernd Uwe Marszan (in englischer Sprache)

 

 

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Mit Beginn der neuen Spielzeit wird das Ensemble des Tanztheater Wuppertal auf neue Weise vorgestellt. Nicht nur gibt es zum ersten Mal Einblicke in die künstlerischen Biographien der Ensemblemitglieder, das Projekt FACES – Momentaufnahmen aus Stücken der letzten Jahre - zeigt Augenblicke, Bruchteile von Sekunden eines Verwandlungsprozesses eines jeden Darstellers in einem Stück von Pina Bausch. Die Schwarzweiß-Fotos wollen keine Portraits sein, sondern den Blick eines jeweils anderen Künstlers, des Photographen Jochen Viehoff, auf den Körper, die Bewegung, das Gesicht der Tänzerinnen und Tänzer in einem Augenblick der Entrücktheit, des Zaubers, der Verwandlung lenken, wie er nur auf der Bühne entstehen kann.

Es werden über einen längeren Zeitraum immer wieder neue Fotos einfließen und so den weiten Bogen emotionalen Ausdrucks in den Stücken Pina Bauschs spannen.


Bettina Wagner-Bergelt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

»Die Fragen hören nicht auf, und die Suche hört nicht auf. Es liegt etwas Endloses darin, und das ist das Schöne daran.«

Pina Bausch