Person
 

Pau Aran Gimeno

Pau Aran Gimeno

Geboren 1981 in Barcelona/Spanien, wuchs Pau Aran Gimeno in einem kleinen Dorf auf. Zum Tanz kam er im Alter von zwölf Jahren, als er gefragt wurde, ob er nicht bei der örtlichen Tanzschule mitmachen und Gesellschaftstänze lernen wolle. Er studierte bald alle Stile, Latein-Amerikanisch, Standard, Jazz, Modern und „ein bisschen klassisch“, wie er erzählt. Bald schon bestritt er mit seiner Partnerin Wettkämpfe, tanzte sich hoch zur Europa- und Weltmeisterschaft, alles neben der Schule. Mit 17 Jahren begann er mit der Ballettausbildung, denn ihm war klar, dass er lieber in eine künstlerische Tanzcompagnie wollte, statt weiterhin Tanz als Sport zu betreiben.
Nach dem Abitur nahm er Unterricht in Barcelona, nach vier Jahren ging er nach Madrid ans Konservatorium. In der spanischen Hauptstadt und in Barcelona sah er erste Aufführungen des Tanztheater Wuppertal. Kurz darauf nahm er an einem Workshop von Nazareth Panadero teil. Als er Malou Airaudo begegnete, fragte diese ihn, ob er nicht an die Folkwang Hochschule in Essen kommen wolle. So bewarb er sich und reiste 2005 nach Essen zu einem Vortanzen. Er bestand und stieg dort ab Herbst 2005 in das dritte Studienjahr ein. Als er von einem Vortanzen bei Pina Bausch hörte, dachte er sich: Ich habe nichts zu verlieren – und bewarb sich. So begann er das Studium in Essen und wechselte ab Frühjahr 2006 nach Wuppertal ins Tanztheater. „Es war die richtige Entscheidung für mich“, sagt er heute, auch wenn er dadurch seinen Bachelor im Tanz nie zu Ende machen konnte, den er um zu unterrichten eigentlich bräuchte.
Zunächst startete er mit der Übernahme von Rollen. So tanzte er zunächst in Das Frühlingsopfer bei einem Gastspiel in Brüssel und in Keuschheitslegende in Wuppertal 2006. Bamboo Blues war 2007 seine erste neue Kreation von Pina Bausch. „Vier Jahre hatte ich Zeit, mit Pina zu arbeiten“, sagt er. Die Zeit sei sehr intensiv für ihn gewesen, und er sei dankbar dafür. Ihm komme es vor, als habe ihn jemand aufs Fahrrad gesetzt, ihm Schwung gegeben und dann allein fahren lassen. „Ich drehe mich um, aber da ist niemand mehr.“ Neben den neuen Stücken konnte Pau Aran Gimeno auch zahlreiche Rollen anderer Tänzer übernehmen, so etwa von Dominique Mercy. „Ich hatte viel Hunger, Pina hat das gesehen und mich gefüttert“, sagt er in der Rückschau. Er habe sofort seinen Platz in der Compagnie gefunden. Die Lebendigkeit der Stücke, das Alltägliche darin habe ihn fasziniert.
Heute möchte er selbst nicht nur tanzen, sondern das Gelernte weitergeben und selbst unterrichten als Choreograf und Tanzpädagoge. Im Rahmen von Underground 2019 im Schauspielhaus kreierte er bereits ein eigenes Werk.