Nayoung Kim

Nayoung Kim

wurde 1964 in Südkorea geboren. Ihre Begeisterung für den Tanz weckte der Besuch eines Tanzstücks, als sie neun Jahre alt war. Daraufhin nahm sie Unterricht und besuchte eine Kunst-High-School, so dass sich der Weg zum Tanzstudium an der Universität von Seoul fast schon zwangsläufig ergab. Dort studierte sie von 1983 bis 1985 fünf Semester und beschloss, anschließend ins Ausland zu gehen. Sie ließ sich in Kassel nieder, wo sie Kunst studieren wollte. „Ich hatte Zweifel, ob ich weiter tanzen soll. Ich wollte noch mehr kennenlernen“, sagt die Tänzerin. Ein Freund machte sie auf die Folkwang Hochschule aufmerksam, und obwohl sie eineinhalb Jahre nicht getanzt hatte, schaffte sie die Aufnahmeprüfung sofort. Durch ihre „großartige“ Lehrerin Malou Airaudo, so Nayoung Kim, habe sie wieder Freude am Tanz entwickelt: „Sie hat durch ihren Unterricht meine Tanzwelt wieder geöffnet.“ Und Pina Bausch lernte die Koreanerin ebenfalls in Essen kennen. Am liebsten wäre sie direkt nach dem Studium (1986-90) ins Tanztheater Wuppertal gewechselt: „Ich habe Pinas Arbeit sofort geliebt.“ Doch dort gab es zu der Zeit keinen freien Platz. So nutzte sie verschiedene Chancen zum Vortanzen und ging ans Kasseler Tanztheater von Christina Horvath.
In Kassel blieb sie zwei Jahre, dann folgte der Anruf von Pina Bausch, die sie zunächst von 1993 bis 1996 für das Folkwang Tanzstudio (FTS) engagierte. Als Gast tanzte Nayoung Kim während dieser Zeit bereits in Das Frühlingsopfer. Doch sie wünschte sich, fest in die Wuppertaler Compagnie zu wechseln. Der Wunsch ging 1996 in Erfüllung. Während des Studiums in Korea hatte sie am Tanz gezweifelt: Die Gleichförmigkeit der Bewegungen im Ballett gefiel ihr nicht. Bei Pina Bausch sah sie sich jedoch als Individuum auf der Bühne. „Wir sind anders, deshalb sind wir schön“ - dieser Satz der Choreographin habe ihr gut gefallen, sagt Nayoung Kim. „Pina war sehr unsicher und hat viele Fragen gestellt, das fand ich sehr angenehm.“ Sie habe als Tänzerin die Möglichkeit bekommen, sich mit allem auszudrücken, nicht nur mit Bewegung.
Die erste Neuproduktion mit Pina Bausch war für sie Der Fensterputzer, „das war für mich eine besondere Erfahrung“, sagt sie heute. „Deshalb hat Der Fensterputzer einen besonderen Platz in meinem Herzen.“ An insgesamt acht Neuproduktionen von Pina Bausch war sie als Tänzerin beteiligt, viele Rollen hat sie in weiteren Stücken übernommen. In ihrer Freizeit choreographiert Nayoung Kim eigene Stücke unter anderem in Berlin, Essen, London, Erfurt und im Seoul LG Arts Center.

★ - Besetzung der Uraufführung