Ekaterina Shushakova

Ekaterina Shushakova

Mit Pina Bauschs Werk kam Ekaterina Shushakova schon früh in Berührung. Mit vier Jahren fing die 1988 geborene Russin an zu tanzen. Und wollte nicht mehr aufhören. Mit sieben Jahren trat sie in einem Amateur-Ballett auf, ab dem Alter von zwölf Jahren besuchte sie eine Tanzschule in Moskau. Ihr Lehrer Nikolai Ogryzkov, der ihre Sicht auf den Tanz und zeitgenössische russische Kultur sehr geprägt hat und sie 3 Jahre lang begleitete, zeigte ihr Das Frühlingsopfer. Mit 17 Jahren begann sie dann ihre Ausbildung an der Rotterdamse Dans School. Dort lernte sie alle Stile - Ballett, Modern Dance, Folk, Jazz- „mir war seit langem klar, dass ich nicht mit klassischem Ballett fortfahren möchte“.
Vier Jahre studierte sie in Rotterdam, die letzten beiden Jahre mit einem Stipendium für herausragende Talente. Im dritten Studienjahr tanzte sie nebenher bei Noord Nederlandse Dans in Groningen. Es folgte ein Stipendium für die Compagnie von Anouk van Dijk in Amsterdam, bevor sie frei arbeitete etwa bei Korzo Theatre, De Stilte, Felix Landerer & Company und dem Skånes Dansteater. 2014 trat sie ein festes Engagement bei der GöteborgsOperans Danskompani an und tanzte in Produktionen von Sidi Larbi Cherkaoui, Anton Lachky, Marina Mascarell, Michael Keegan-Dolan, Stijn Celis und Saburo Teshigawara. „Das war für mich eine sehr interessante Zeit, in einer so großen Compagnie so viele neue Stücke zu erarbeiten“, erzählt die Tänzerin. Besonders beeindruckt hat sie die Zusammenarbeit mit Saburo Teshigawara, der mit über 60 Jahren immer noch auf der Bühne steht, und dessen philosophischer Ansatz und seine außergewöhnliche Improvisationstechnik sie faszinierten.  
Trotzdem fühlte sie sich „etwas leer und verzweifelt und suchte nach mehr Tiefe“ in ihrer Arbeit. Pina Bauschs Werk hatte sie schon immer interessiert. So nahm sie an einer Audition teil und wechselte 2017 zum Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Hier war sie in der Uraufführung von Seit sie von Dimitris Papaioannou 2018 zu sehen. Außerdem übernahm sie Rollen in bisher acht Stücken von Pina Bausch. Die Herausforderung besteht dabei für sie darin, „die Essenz der Rolle zu bewahren und gleichzeitig mich selbst einzubringen“. Der Spagat sei manchmal schwer. „Aber wenn man auf die Bühne geht“, sagt sie, „musst du alles geben, nicht nur einen Teil von dir.“ Dort fühlt sie absolute Freiheit.

★ - Besetzung der Uraufführung