Ditta Miranda Jasjfi

Ditta Miranda Jasjfi

Im Alter von zwölf Jahren sah Ditta Miranda Jasjfi in Jakarta eine Vorstellung von Das Frühlingsopfer - und hätte nie gedacht, dass Tänzer wie Lutz Förster oder Susanne Linke später ihre Kollegen werden würden. Sie lebte damals mit ihren Eltern in Paris, wo sie häufig Ballettaufführungen besuchte. „Ich konnte nicht stillsitzen, wollte sofort mitmachen“, erinnert sich die 1967 geborene Tänzerin. Zurück in Jakarta nahm sie weiter Tanzunterricht und studierte Ballett sowie traditionelle Tänze aus Bali, Java, Sumatra, West- und Ostjava, was ihre Bewegungen bis heute prägt.
Obwohl sie nur wegen der Sprache über das Goethe-Institut nach Deutschland kam, nutzte sie die Chance sich als Tänzerin in der Folkwang Hochschule in Essen vorzustellen. Sie überzeugte – und so kam Ditta Miranda Jasjfi nach Europa und blieb. Nach dem vierjährigen Tanzstudium in Essen wurde sie zunächst 1993 Mitglied des Folkwang Tanzstudios, dessen Leitung sich damals Pina Bausch und Lutz Förster teilten. Auf ihre Frage, ob sie zum Tanztheater nach Wuppertal wechseln könnte, entgegnete ihr Lutz Förster, sie sei noch zu jung. „Dabei war ich schon 27!" Aber sie habe eben sehr jung ausgesehen, sagt Ditta heute. Mit Susanne Linke und Urs Dietrich ging die Tänzerin 1994 nach Bremen, wo sie sechs Jahre blieb. Bei einem Vortanzen im Frühjahr 2000 konnte sie Pina Bausch überzeugen. „Pina war erst skeptisch, weil sie dachte, ich bin vielleicht zu klein. 1,50 Meter Größe funktionieren zwar als Solo, aber in der Gruppe?“ Doch die Choreographin besetzte Ditta Miranda Jasjfi direkt mit der Opferrolle in Das Frühlingsopfer.
Die Bewegungen waren ein großer Unterschied zu allem, was sie kannte. „In Bremen haben wir mehr mit den Beinen und Füßen gearbeitet. Hier waren die Arme im Einsatz, der ganze Körper. Anfangs tat mir alles weh“, erinnert sie sich. Neben der Einstudierung von Das Frühlingsopfer konnte sie seit 2000 bis zu Pina Bauschs Tod sieben Uraufführungen mit der Choreographin erarbeiten, darunter Vollmond, Ten Chi und Für die Kinder von gestern, heute und morgen.
Noch heute erinnert sich die Indonesierin daran, wie sie zum ersten Mal in Deutschland ein Tanztheater-Stück – es war Palermo Palermo – sah, kurz nachdem sie nach Essen gekommen war. „Ich dachte, das ist verrückt. Es war total neu für mich und hat mich geschockt, was die Menschen alles auf der Bühne machen.“ Ihre Freundin sagte ihr damals in der Pause: „Du musst nicht versuchen zu verstehen. Nur gucken und entspannen.“ Und diesen Rat gibt sie heute gerne weiter.

★ - Besetzung der Uraufführung