Person
 

Johanna Wokalek

Johanna Wokalek

geboren 1975 in Freiburg im Breisgau, studierte am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Danach war sie von 1997 bis 2000 Ensemblemitglied am Schauspiel Bonn. Mit der Titelrolle in Gerhardt Hauptmanns „Rose Bernd“ gewann sie 1999 den Alfred-Kerr-Preis sowie den NRW-Theaterpreis, und die Kritiker der Zeitschrift „Theater heute“ wählten sie zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres.

Von 2000 bis 2015 gehörte sie zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Sie übernahm unter anderem die Titelrollen in Andrea Breths Inszenierungen von Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“ sowie Lessings „Emilia Galotti“, und arbeitete mit Regisseuren wie Peter Zadek und Thomas Vinterberg. Im Jahr 2000 erhielt sie für ihre Rolle in Luc Bondys Inszenierung von Tschechows „Die Möwe“ den Darstellerpreis des Edinburgh International Festival. Mit Dieter Giesings Inszenierung von Botho Strauß’ „Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia“ gewann sie 2002 den Nestroy-Preis. Außerdem spielte sie mehrmals bei den Salzburger Festspielen.

Schon während ihres Studiums machte Johanna Wokalek auch mit diversen Filmrollen wie, u.a. in Jo Baiers Fernseh-Mehrteiler „Der Laden“ (1998) und Max Färberböcks AIMÉE UND JAGUAR (1999) auf sich aufmerksam. Für ihre Rolle in Hans Steinbichlers HIERANKL (2003) erhielt sie den Bayerischen Filmpreis, den Förderpreis Deutscher Film und den Grimme-Preis. Rainer Kaufmanns besetzte sie im ZDF-Dreiteiler „Die Kirschenkönigin“ (2004) für die Titelrolle.

Der Durchbruch als Kinoschauspielerin gelang Wokalek 2005 mit Til Schweigers BARFUSS. 2008 war sie in Philip Stölzls Bergsteigerdrama NORDWAND zu sehen. Für ihre Darstellung der Gudrun Ensslin in Uli Edels DER BAADER MEINHOF KOMPLEX (2008) gewann sie den Bambi und den Diva Award, außerdem wurde sie für den Deutschen Filmpreis nominiert. Danach spielte sie die Titelrolle in Sönke Wortmanns internationaler Bestsellerverfilmung DIE PÄPSTIN (2009). Weitere Hauptrollen hatte sie in Lars Kraumes DIE KOMMENDEN TAGE (2010) und Sherry Hormanns ANLEITUNG ZUM UNGLÜCKLICHSEIN (2012). 2017 spielte Johanna Wokalek mit Ronald Zehrfeld in Matthias Glasners gefeiertem Fernseh-Zweiteiler „Landgericht“. Nach ihrem Operndebüt bei der Uraufführung von Marc-André Dalbavies „Charlotte Salomon“ (2014) im Rahmen der Salzburger Festspiele übernahm Johanna Wokalek in Thomas Hengelbrocks Produktion von Henry Purcells „Dido und Aeneas“ (2015) die Rolle der Sorceress – erweitert um einen von ihr selbst geschriebenen Prolog und Epilog. Im Sommer 2017 war sie zudem als „Jeanne d’Arc“ in Arthur Honeggers gleichnamigem Oratorium – inszeniert von Àlex Ollé (La Fura dels Baus) – an der Oper Frankfurt zu sehen. Im Kino spielte Johanna Wokalek zuletzt 2018 in Detlev Bucks Film WUFF und wird ab Herbst 2019 an der Seite von Tobias Moretti in der Literaturverfilmung von Siegfried Lenzs DIE DEUTSCHSTUNDE zu sehen sein, unter der Regie von Christian Schwochow. Am Wiener Burgtheater ist Johanna Wokalek aktuell in Andrea Breths Inszenierung von Gerhard Hauptmanns „Die Ratten“ zu sehen. 

Über die Bühnen- und Filmarbeit hinaus wirkt Johanna Wokalek seit einigen Jahren an der Realisierung von Kreationen mit, die über die Interaktion zwischen Musik, Theater, Literatur und Bildender Kunst neue künstlerische Ausdrucksformen erproben.