Person
 

Dimitris Papaioannou

Dimitris Papaioannou

1964 in Athen geboren und von Haus aus bildender Künstler, feierte seine ersten Erfolge als Maler und Comiczeichner, bevor er sich mehr und mehr der darstellenden Kunst widmete und als Regisseur, Choreograf und Performer sowie als Bühnenbildner, Kostüm- und Lichtdesigner arbeitete. 1986 gründete er das Edafos Dance Theatre, mit dem er erstmals seine innovativen Bühneninszenierungen verwirklichen konnte, welche Physical Theatre, experimentellen Tanz und Performancekunst verbinden. Die Edafos Company existierte bis 2002 und hat die griechische Kunstszene in den siebzehn Jahren ihres Bestehens nachhaltig geprägt. Internationale Bekanntheit erlangte Papaioannou, als er die Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele in Athen 2004 inszenierte. Seine insgesamt 23 Produktionen decken die gesamte Bandbreite von intimen Stücke bis hin zu Großereignissen mit mehreren tausend Darstellern ab und waren an unterschiedlichsten Schauplätzen zu sehen, im berühmten unterirdischen Squat Theater, das er in Athen gründete, wie im historischen Theater in Epidaurus, im Olympiastadien wie auch im Théâtre de Ville in Paris und im Teatro Olimpico in Vincenza. 2015-2017 reiste er mit zwei neueren Stücken, STILL LIFE (2014) und PRIMAL MATTER (2012), durch Europa, Südamerika, Asien und Australien. 2017 schuf er seine erste internationale Auftragsproduktion, THE GREAT TAMER, die im Mai 2017 Premiere hatte.

Über Dimitris Papaioannous Arbeit

Das Universum, das Papaioannou seit dreißig Jahren auf der Bühne zu erschaffen versucht, lässt sich als traumähnlicher, absurder Zirkus beschreiben. Menschliche Körper werden zum Schlachtfeld, interagieren mit rohem Material, verschmelzen zu Hybridwesen und bringen optische Täuschungen hervor.

Durch Papaioannous Verwurzelung in der bildenden Kunst leben seine Aufführungen vor allem von visuellen Eindrücken und spielen raffiniert mit kunsthistorischen Referenzen, vielfältigen Ausdrucks- und Darstellungstechniken und Gedanken über unsere Ursprünge. Papaioannou strebt eine vollkommene Schlichtheit der Erscheinung an, die alles andere als leicht zu erreichen ist. Er hat es sich zum Ziel gemacht, das Augenmerk auf das Sakrale im Profanen zu lenken.