Person
 

Alan Lucien Øyen

Alan Lucien Øyen

zählt zu den faszinierendsten zeitgenössischen Künstler Norwegens. Seine Arbeit als Dramatiker, Regisseur und Choreograf fand in seiner Heimat wie auch international großen Zuspruch.

Als Sohn eines Garderobiers wuchs Øyen in einem kleinen Theater im norwegischen Bergen auf, Den Nationale Scene, das seinerzeit von Ibsen persönlich gegründet wurde. Schon mit sieben Jahren saß er andächtig im Publikum, verfolgte klassische Inszenierungen ebenso wie zeitgenössische Meisterwerke, etwa die ersten Weltpremieren des norwegischen Dramatikers Jon Fosse.

Mit siebzehn Jahren wandte er sich an den bulgarischen Ballettmeister und Absolventen der Vaganova Akademie Peter Tornev, der ihn vier Jahre lang unterrichtete, bevor er an der Staatlichen Kunsthochschule in Oslo angenommen wurde, wo er 2001 seine Tanzausbildung abschloss.

Die ersten Jahre als Tänzer verbrachte er bei der Norwegian National Company of Contemporary Dance, Carte Blanche, wo er die amerikanische Choreografin Amanda Miller kennenlernte. 2005 schloss er sich ihrer Tanzkompanie Pretty Ugly in Köln an.

2004 choreografierte Alan Lucien Øyen sein erstes Stück „Excerpts of citation without context“, ein Solo, das auf Jean Baudrillards Essay “Écran Total” basiert und die Informationsüberflutung in unserer heutigen modernen Gesellschaft thematisiert.

2006 gründete der norwegische Künstler seine eigene Tanzkompanie Winter Guests, ein interdisziplinäres Gastspielensemble aus Schauspielern, Tänzern, Dramatikern, Bühnenbildnern und Technikern, das mit Stücken in englischer Sprache rund um den Globus reist. Seit 2009 schreibt und entwickelt er  Stücke für Winter Guests zusammen mit dem britischen Dramatiker und Regisseur Andrew Wale.

Ob Theater, Tanz oder Film – Øyens Arbeiten entfalten stets eine hochemotionale und dramatische Kraft. Seine choreografische Sprache ist komplex und technisch anspruchsvoll, seine Werke sind durchdrungen von der Welt um ihn herum, inspiriert von zahllosen Quellen von der Hoch- bis hin zu Popkultur, von Gesprächen bis hin zu persönlichen Erfahrungen – immer auf der Suche nach einem wahrhaften, menschlichen Ausdruck.

Alan Lucien Øyen wurde sowohl für seine choreografischen Arbeiten als auch für seine Theaterinszenierungen mehrfach ausgezeichnet. Für sein Stück Coelacanth, dessen Aufführung sechs Stunden dauert, erhielt er zusammen mit Co-Autor Andrew Wales den renommierten HEDDA Award (Norwegian Theater Awards) für das beste Skript und wurde in drei weiteren Kategorien nominiert, unter anderem Beste Regie und Bestes Stück.

Als Artist in residence an der norwegischen Nationaloper Den Norske & Ballett bekommt er für sich und seine Company Winter Guests genügend Freiraum, um in dem  architektonisch herausragenden neuen Opernhaus in Oslo bahnbrechende Theater- und Tanzaufführungen zu inszenieren.

Neben seiner Arbeit für Winter Guests kreiert er auch für  andere Ensembles in Norwegen und anderen Ländern. Seine jüngsten Inszenierungen, die von „As the Leaves of Vallombrosa“ des Schweden Lars Norén für Det Norske Teatret in Oslo und die seines eigenen Stücks „Kodak“, das er als Choreograf und Regisseur mit Tanzensemble der Oper in Göteburg auf die Bühne brachte, wurden von der Kritik begeistert aufgenommen.

Alan Lucien Øyen und sein Ensemble Winter Guests erhalten jährliche Förderung vom norwegischen Arts Council werden seit 2004 großzügig unterstützt.

Mit seinen Arbeiten konnte Øyen immer wieder hochtalentierte und erfahrene Künstler für Kooperationen  gewinnen – die Performer auf der Bühne sind oft selbst Dramatiker, Choreografen oder Regisseure.